Die perfekte Trauzeugin – meine Tipps

In letzter Zeit war es hier ein bisschen still. Das lag unter anderem daran, dass ich Mitte Juli das erste Mal Trauzeugin war! Diese aufregende Aufgabe war am Ende mit mehr Stress verbunden, als ich am Anfang gedacht hatte. Das lag auch daran, dass ich es für meine Braut besonders toll machen wollte.* Wie es mir dabei erging und welche Tipps ich habe, liest du hier.

Die Herausforderung JGA

Zur wichtigsten Aufgabe einer Trauzeugin gehört, den Junggesellinnenabschied zu organisieren. Hier kannst du zum ersten Mal deine Qualitäten beweisen, indem du der Braut einen wunderschönen Tag machst und dabei ihre Wünsche umsetzt. Dabei ist es wichtig, dein Ego hinten anzustellen: Es soll ihr perfekter Tag werden, nicht deiner. Bestenfalls findet ihr natürlich was, was sowohl dir als auch ihr als auch den Gästen Freude bereitet. Manchmal problematisch: Falls der JGA nur aus Frauen besteht, kann es passieren, dass jemand schwanger ist. Dann wird’s leider nichts mit der Raftingtour und auch die Weinprobe bietet sich nicht so an. Wir hatten bei etwa 10 Gästen eine Schwangere dabei.

Vorbereitung

Als erstes muss natürlich ein Termin gefunden werden. Die verfügbaren Termine der Braut hatte mir ihr Zukünftiger verraten. Ich erstellte ein Doodle und verschickte es per Mail an die Gäste. Ich habe bewusst zu diesem Zeitpunkt noch über Mail kommuniziert und nicht über Chat, da ich die grobe Planung nur mit der Brautschwester und einer anderen guten Freundin machen wollte und so verhinderte, dass zu viele Leute zum Ablauf ihre Meinung äußern. Nachdem der Termin stand und alle Infos per Mail rausgegangen waren, habe ich dann einen WhatsApp-Chat geöffnet.

Das Programm

Meine Braut mag Stadtführungen und lebt noch nicht so lange in Karlsruhe, deshalb hatte ich einen JGA in der Stadt geplant, in der wir beide wohnen. Meine Wohnung mitten in der Innenstadt war unser Ausgangspunkt und Basis für alle Aktivitäten. Folgendes haben wir gemacht:

  1. Aufwecken! Gemeinsam mit der Schwester der Braut und einer Freundin sind wir morgens zu ihrer Wohnung gekommen und der Bräutigam öffnete uns heimlich die Tür. Dann schlichen wir uns ins Schlafzimmer und überraschten die schlafende Braut mit einer Konfettikanone. 😀 Anschließend hatten wir 90 Minuten Zeit, damit sie in Ruhe aufwachen und duschen konnte. Als Verkleidung für den Tag musste sie ein Kleid anziehen und bekam von uns einen Blumenreif mit Schleier auf den Kopf. Wir anderen hatten uns mit Hemd und Fliege als Bräutigam verkleidet.
  2. Gemeinsames Frühstück Da wir Gäste uns noch gar nicht alle untereinander kannten, sind wir erstmal mit einem Frühstück in den Tag gestartet. Ich hatte ganz viele vegetarische Leckereien besorgt und alle an unserem großen Holztisch im Esszimmer bewirtet. Natürlich gab’s auch Sekt zum Anstoßen. 🙂
  3. City-Mission (virtuelle Stadtführung) Da meine Braut Stadtführungen und historische Infos liebt, haben wir als erstes eine City-Mission gemacht. Dabei bekommt man ein iPad mit Stadtplan, auf dem man sich bei virtuellen Punkten Aufgaben und Fragen stellen lassen kann. Es gibt extra City-Missionen für männliche JGAs und für weibliche JGAs. Klischees olé! Da meine Braut generell lieber Bier als Sekt trinkt, musste die Flasche, die es dazu gab, erstmal umgetauscht werden. Danach ging’s los in die Innenstadt, weiter trinken und lustige (Foto-)Aufgaben erfüllen.
  4. Picknick am Schloß Nachdem wir ein paar Stunden mit der Stadtführung verbracht hatten, war es nicht nur für unsere Schwangere wichtig, sich mal gemütlich hinzusetzen und zu essen. Am Tag davor hatte ich Essen für ein orientalisches Picknick eingekauft (Börek und Baklava), das packten wir in meinen Bollerwagen und setzten uns vor’s Karlsruher Schloß in den Park.
  5. Bauchtanzstunde Nach dem Picknick gab’s das nächste Highlight: Die beste Freundin der Brautschwester ist Bauchtänzerin und unterrichtet auch regelmäßig. Sie bot uns an, am JGA eine Bauchtanzstunde zu geben. Fadima ist eine wunderbare Bauchtänzerin und zog uns mit ihrer Präsenz und Sexyness alle in den Bann. Sie hatte für alle Tücher zum umbinden dabei und brachte uns eine Stunde lang Basis-Tanzschritte bei. Ich lernte übrigens, dass meine Haltung anscheinend leicht schief ist. 😀 😦
  6. Foto-Shooting auf dem Dach Nach der Bauchtanzstunde machten wir noch ein kleines Fotoshooting auf unserem Dach, welches wir über den Dachboden über der Wohnung erreichen. Hier konnten wir wieder von Connections profitieren: Die Brautschwester ist professionelle Fotografin. Sehr cool und praktisch!
  7. Tapas zum Abendessen Für abends hatte ich uns einen Tisch in einer Tapasbar organisiert und für meine Braut gab es Aufgaben, die sie erfüllen sollte. Unter anderem hatten wir Sticker vorbereitet, die sie an diverse Männer verteilen sollte und auf denen sowas stand wie „Bester Style“, „nettes Lächeln“ und so weiter.
  8. Den Abend ausklingen lassen auf dem Dach Eiiiiiigentlich wollten wir nach dem Essen noch ausgehen. Aber wie das so ist: Langer Tag, viel Bier, viel Essen, müde! Deshalb planten wir um und entschlossen uns, den Tag auf meinem Dach ausklingen zu lassen. Wir machten uns Drinks, kletterten nach oben und erzählten uns Gruselgeschichten. Und ein bisschen redeten wir auch über Sex und andere Themen, die man hervorragend in so einer intimen Runde besprechen kann. Um 3 Uhr morgens war dann Schluß.

Ihr seht, wir hatten viel Programm und einen langen Tag. Das ging in Ordnung, weil wir uns immer wieder in meine Wohnung zurückziehen konnten und der Radius aller Aktivitäten nur etwa 4 Kilometer betrug. Ansonsten bin ich nicht so der Fan von übermäßigem Programm und bin auch nicht davon überzeugt, dass man nach Barcelona reisen muss oder was ich in letzter Zeit alles über JGAs gehört hab.

Braut first!

Stell dich darauf ein, dass du spätestens einige Wochen vor der Hochzeit jederzeit erreichbar sein und Zeit für Treffen mit dem Brautpaar haben solltest. In dieser heißen Phase müssen alle Dinge entschieden und umgesetzt werden, die davor „noch sooo viel Zeit“ hatten. Die Sitzordnung muss festgelegt, Gastgeschenke vorbereitet werden oder ähnliches. Meine Braut und ich trafen uns in den letzten zwei, drei Wochen vor der Hochzeit fast jeden Tag.

Und das Programm muss geplant werden. Meist werden die Trauzeugen in der Einladung als Ansprechpartner für Programmeinlagen genannt und die Leute melden sich bei dir. Ich half in den letzten Wochen vorm Termin der Brautmutter eine Rede zu formulieren, bereitete meine eigenen Programmpunkte vor und sprach mit den Gästen ihre Pläne durch.

Der große Tag – ManagerIn im Hintergrund

Trauzeugin

So happy war ich, als der große Tag endlich da war. 😀

Wenn der große Tag gekommen ist, ist deine Aufgabe: Das Brautpaar bei Laune halten und im Hintergrund die Fäden ziehen. Für das Brautpaar ist der Hochzeitstag ein einziger Flash: Sie sind müde, weil es morgens früh losgeht, aufgeregt, nervös und treffen auch noch ganz, ganz viele Menschen. Das heißt, sie haben keinen Kopf für Details und brauchen deine Unterstützung, damit alles klappt. Besonders, weil sie natürlich einen wunderschönen Tag haben sollen und du dich deshalb um alles kümmern solltest, worum du dich kümmern kannst, damit sie weniger mit Organisation und mehr mit Feiern beschäftigt bleiben.

Mein Brautpaar hatte extra vorher ein Planungstreffen mit mir und dem Trauzeugen angeleiert, in dem wir nochmal besprachen, was besonders wichtig ist und worauf wir achten sollen. Daran mussten wir dann nur noch denken! 😉

Sei bereit, dich für den Tag zum Affen zu machen

Ich weiß, ich weiß, Spiele vorbereiten und machen kann nerven. Inzwischen gibt’s viele Hochzeiten, auf denen gar nicht gespielt wird und ich selbst bin absolut kein Fan von klassischen Hochzeitsspielen wie dem Kutscherspiel oder diesem Quatsch, bei dem ein Schuh hochgehoben und darüber entschieden wird, „wer die Hosen anhat“ oder ähnliche Klischees. Aber die Hochzeit soll natürlich auch nicht langweilig werden. Deshalb hatte ich Monate zuvor die glorreiche bekloppte Idee, ein Lipsyncbattle auszutragen, bei dem wir mit Freunden kurze Songausschnitte nachsingen sollten. Dabei hatte ich allerdings mein Lampenfieber unterschätzt, denn das stresste mich dann schon Tage vorher! 😀 Aber egal, ich hab’s durchgezogen und hab schon Angst davor bin schon seeeehr gespannt darauf, mich später auf Video zu sehen. 😉

Außerdem drehten mein Freund und ich nach der Trauung noch ein Video mit den Gästen, während das Brautpaar beim Fotoshooting war. Inspiriert vom Spiel „Tabu“ gab’s eine große Karte mit verbotenen Begriffen, die die Gäste während ihrer Glückwünsche nicht erwähnen durften. Alle kurzen Sequenzen setzten wir anschließend mit iMovie zu einem Video zusammen und konnten das nach der Ankunft des Brautpaares direkt zeigen. Die haben sich total gefreut!

Nicht jeder muss einen Programmpunkt machen und natürlich ist es absolut legitim, wenn ein schüchterner Mensch nichts vorführen will. Aber solange es nur ein bisschen Bammel ist und du eigentlich was leisten könntest, tu’s! Dein Brautpaar wird sich wahnsinnig über alle Beiträge freuen. Schließlich geben sie sich auch Mühe, ihren Gästen ein schönes Fest zu bieten und da macht es Spaß, etwas von der Liebe zurückzugeben. Gib dir nen Ruck und denk dir was aus, sei es eine Rede, ein Lied oder sonst was. 🙂 ❤

Nach der Trauung

Nach der Trauung ist deine „Arbeit“ vorbei und die kannst dich gemeinsam mit dem Brautpaar daran erfreuen, was ihr zusammen für einen wunderschönen Tag hattet. Ihr habt Erinnerungen fürs Leben geschaffen und werdet immer besonders miteinander verbunden sein. Ist das nicht wunderschön? ❤

 

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